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„Junge Europäer für eine gesunde Lebensführung“

Das Projekt mit dem Titel „Wir starten durch – junge Europäer für eine gesunde Lebensführung“ zielt auf die Sensibilisierung für die Notwendigkeit einer gesunden Lebensführung im europäischen Kontext. Konkret bedeutet dies, dass sich die Lernenden austauschen über gesundheitsförderliche Aktivitäten an den Partnerschulen in Deutschland, Spanien und Dänemark, ein Bewusstsein über die Notwendigkeit einer gesunden Lebensführung als Individuum, aber auch als künftiger Arbeitnehmer entwickeln, und gemeinsam einen Gesundheitstag für Schüler am Friedrich-List-Berufskolleg planen, der auch in Spanien und Dänemark durchgeführt werden kann.

 

Projektdauer: 03.9.2018 - 02.09.2020

Leitaktion: Zusammenarbeit zur Förderung von Innovation und zum Austausch über bewährte Verfahren (KA2)

Art der Aktion: Schulpartnerschaften (KA229)

Beteiligte Partnereinrichtungen:

IES NÚM1.JÁVEA(ALICANTE)

International Business College, Fredericia-Middelfart, Afdeling

 

Projekt-Ziele

Die am Projekt beteiligten Lernenden planen einen Gesundheitstag für alle Schüler/-innen des beruflichen Gymnasiums, führen diesen durch und evaluieren ihn mit Beteiligung der europäischen Partner.

Dazu erwerben sie Kenntnisse aus dem Bereich des Projektmanagements, indem sie innerhalb eines bestimmten Zeitraums einen Workshop-Angebot planen, ihren Projekttag bewerben, sich inhaltlich mit dem Thema Gesundheit auseinandersetzen, um ein passendes Angebot erstellen zu können, Referenten und Räumlichkeiten organisieren sowie einen Finanzierungsplan aufstellen.

Zudem befragen sie ihre Mitschüler im Vorfeld nach Wünschen und Bedürfnissen und evaluieren den Projekttag. Die Partner nehmen an dem Projekttag teil, liefern während der Projektzeit Ideen zum Workshop-Angebot und erweitern das Thema um eine europäische Komponente, z. B. hinsichtlich der Fragen nach gesundheitlichen Belastungen der Lernenden in Spanien und Dänemark, nach gesundheitsförderlichen Angebote an den Schulen der Partner. Sie gestalten einen Workshop zu den Themen Lebensmittelverschwendung sowie zum nachhaltigen Lebensmittelkonsum.

Bei den Partnern in Spanien liegt der Fokus auf dem Aspekt der Ernährung, indem sie für die Vermarktung eines nachhaltig produzierten Lebensmittels einen Business-Planerstellen. Sie entwickeln ein Produkt und vermarkten es unter Berücksichtigung eines Kostenplans. Auch führen sie zusammen mit der Stadt Jávea Gesundheitstage durch, bei denen sie ihr Produkt präsentieren.

In Dänemark steht das Thema Lebensmittelverschwendung im Fokus. Dabei wird mit der innovativen Software "Company Programme" gearbeitet und mit der Firma „Too Good To Go“ kooperiert. Hieraus entstehen für den Gesundheitstag Workshops zu den Themen bewusster Lebensmittelkonsum und -verschwendung.

Auf Grundlage der Ergebnisse erfolgt die Erstellung eines Leitfadens zur Planung eines Gesundheitstages, die Entwicklung von Workshops für Gesundheitstage, die Konzeption von Evaluationsfragebögen für die Teilnehmer und Anbieter, die konkrete Durchführung und Evaluation eines Gesundheitstages durch die SuS sowie die dazugehörige Erstellung von Lernmaterialien.

 

Projekt-Aktivitäten

 

Das erste Treffen des Projektes fand in der Zeit vom 26.11. bis 30.11.2018 am Friedrich-List-Berufskolleg in Herford statt. Aus diesem Anlass kamen jeweils zwei Kolleginnen aus Spanien und Dänemark nach Herford, um gemeinsam mit den Projektlehrerinnen Silke Arndt, Sonja Klement, Richard Müller und Julio Sendra den ersten Austausch über Aktivitäten zur Förderung einer bewussten, gesunden Lebensführung durchzuführen. Das Kennenlernen der Beteiligten, die Erstellung eines Terminplans für die nächsten Treffen sowie die Einrichtung eines gemeinsamen Twinspace bei eTwinning standen im Hinblick auf die weitere Organisation des Projektes auf dem Plan.

Frau Dr. Heiler-Birk vom Kreis Herford stellte die Aktivitäten des Kreises Herford in Bezug auf die Gesundheitsförderung der Schulen im Wittekindskreis vor. In einer gemeinsamen Sitzung mit der Gesundheits-AG der Schule wurden gesundheitsförderliche Maßnahmen der Schule vorgestellt. Der Gesundheitstag für Lehrkräfte sowie für Schülerinnen und Schüler standen dabei im Mittelpunkt des Interesses. Auch wurde überlegt, inwieweit diese Projekte auf die Schulen der beteiligten Länder übertragen werden können.

Darüber hinaus haben die Projektteilnehmer/-innen eine Betriebsbesichtigung bei der Firma Weinrich zusammen mit der beteiligten Projektklasse des beruflichen Gymnasiums, AH1804, gemacht. Hierbei konnten intensive Einblicke in die Produktionsprozesse und die Vermarktung von Schokolade gewonnen werden. Insbesondere die nachhaltige Produktion sowie das Konzept der Fair-Trade-Schokolade standen im Fokus des Interesses. Ein Ziel des Projektes, die Sensibilisierung für nachhaltigen Konsum und bewusste Kaufentscheidungen, wurde damit schon in Teilen erreicht.

Auch die Führung in der Oetker-Welt in Bielefeld, ein Stadtrundgang in Herford, ein Besuch auf dem Herforder Weihnachtsmarkt sowie Hospitationen im Unterricht der Internationalen Klassen waren interessante Programm-Punkte.

 

Das zweite Projekttreffen fand in Dänemark statt. Die Schüler/-innen haben den folgenden Bericht verfasst:

Im Rahmen des Projektes waren wir zusammen mit den Projekt-Lehrerinnen Frau Arndt und Frau Klement vom 11. bis zum 15. März in Fredericia in Dänemark. Zusammen mit spanischen Austauschschülern haben wir eine erkenntis- und erlebnisreiche Zeit verbracht.

Den ersten Tag starteten wir mit einem Frühstück in den Gast-Familien und besuchten anschließend unsere dänische Partnerschule - das International Business College (IBC) in Fredericia. Dort erarbeiteten wir, nach einer ersten Kennlernphase, gemeinsam mit dänischen und spanischen Austauschschülern in multinationalen Gruppen Ideen für eine gesündere Lebensführung von Schülern. Dabei verwendeten wir unterschiedliche methodische Ansätze.

Jede Gruppe musste am Ende ihr Ergebnis vor den anderen unter Einsatz verschiedener Medien präsentieren. Die Ideen wurden von den Lehrern bewertet und die Gruppe mit dem besten Ergebnis erhielt einen kleinen Preis. Anschließend sind wir mit den Dänen in den Deutsch- oder Spanischunterricht gegangen, um den Fremdsprachenunterricht in unseren Ländern miteinander zu vergleichen. In der Pause haben wir schließlich die Schule besichtigt und uns zusammen in der Cafeteria zum Essen getroffen. Ein Stadtrundgang beendete das offizielle Programm.

Den zweiten Tag haben wir in Kopenhagen verbracht. Nach einer dreistündigen Fahrt sind wir zunächst bei dem Unternehmen ,,Too good to go" angekommen. Dort haben wir einen überzeugenden und informativen Vortrag eines Mitarbeiters hören dürfen, der uns sehr zum Nachdenken angeregt hat. Die Idee des Unternehmens basiert auf einer App, welche alle kooperierenden Geschäfte, in mittlerweile über 10 Ländern anzeigt. Der Sinn von ,,Too good to go" ist, die weltweite Lebensmittelverschwendung zu minimieren, indem man Geschäfte, wie z. B. Bäckereien, Restaurants oder Supermärkte davon überzeugt, mit dem ,,To good to go Prinzip" zu interagieren und die übrig gebliebenen Lebensmittel eines Arbeitstages in sogenannten ,,Magicbags" für einen Bruchteil des Originalpreises zu verkaufen. Anschließend erfolgte eine Stadterkundung mit dem Besuch der Amalienburg und einer Bootsfahrt.

Am Donnerstag begann der Tag für uns am Schloss Hindsgavl, wo sich alle Austauschüler und Lehrer trafen. Dort hab es für uns eine sehr informationsreiche und interessante Führung durch das Schloss, in dem jetzt ein Hotel untergebracht ist, und dem dazugehörigen Garten. Das Prinzip des Schlosses ist etwas anders als von „Too Good To Go“, denn das Schloss greift fast nur auf selbsterzeugte Lebensmittel zurück. Nach einer Stärkung mit leckeren Sandwiches und Getränken wanderten wir über das große Geländer des Schlosses zum Veranstalter unserer Bridgewalking Tour, wo wir um 13:15 Uhr angelangten. An der Brücke mussten wir erst einmal viele Treppen hochgehen bis wir zur Spitze in 60 Meter Höhe gelangten. Vom der Brücke aus hatte man einen tollen Ausblick über Fredericia. Insgesamt dauerte die Tour zwei Stunden. Sehr interessant zu wissen ist auch, dass es die einzige Brücke in Europa ist, die so etwas anbietet. Anschließend wurden wir von unseren Gasteltern abgeholt und bereiteten zu Hause das jeweilige Essen für den Abend vor, welchen wir alle zusammen in der Schule verbrachten. Das Essen wurde im Hinblick auf Regionalität und Nachhaltigkeit ausgewählt. Wir aßen zusammen und haben in einer entspannten Stimmung den Austausch enden lassen und uns von den anderen Teilnehmern des Projekts verabschiedet.

Resümee

Zum Abschluss können wir sagen, dass uns der Dänemarkaustausch sehr gut gefallen hat. Wir haben viel Englisch gesprochen und somit unsere Sprachkenntnisse verbessert. Außerdem haben wir etwas über die dänische und auch spanische Kultur gelernt. Wir hatten viel Spaß bei den Unternehmungen, wodurch wir Freundschaften mit den Dänen und Spaniern schließen konnten. Unser Bewusstsein für gesunde Lebensmittel, körperliche Bewegung und allgemeine Nachhaltigkeit hat ebenfalls zugenommen. Zudem sind uns viele Ideen gekommen, wie man die Welt nachhaltiger gestalten könnte. Bei den weiteren Treffen werden wir noch mehr über das Thema „gesunde Lebensführung“ erarbeiten.

Wir danken den Gastfamilien für ihre Gastfreundlichkeit, die uns das Gefühl vermittelten, wir seien hier zu Hause. Ebenso gilt unser Dank den Dänen und ihren Lehrern, die einen sehr schönen Aufenthalt und zahlreiche Aktivitäten organisierten, sondern sich auch während unseres Austausches freundlich um uns kümmerten, bei Fragen immer zur Verfügung standen und generell für einen reibungslosen Ablauf sorgten. Darüber hinaus erfüllt uns die finanzielle Unterstützung der EU, die diesen Austausch erst ermöglichte und für uns nahezu kostenlos machte, nicht nur mit Dankbarkeit, sondern auch Stolz. Wir sind überzeugte Europäer, und wir hoffen, dass Projekte wie dieses auch zukünftig die Völkerverständigung in Europa voranbringen.