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Glücksspielsucht

von Matthias Menzel

Mach Dein Sportwissen zu Geld! Kann das klappen?

In Kooperation mit dem Diakonischen Werk Herford, Fachstelle für Glücksspielabhängige und deren Angehörige, konnten wir Dr. phil. T. Hayer für einen Vortrag gewinnen. Dr. Hayer ist Diplom-Psychologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Psychologie und Kognitionsforschung der Universität Bremen. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diversen Formen des Glücksspiels und der Glücksspielsucht. Im Zuge seiner Promotion hat er sich mit dem Thema Jugendliche und glücksspielbezogene Probleme beschäftigt.

In einer kurzweiligen Veranstaltung mit 150 Unterstufenschülern der Höheren Handelsschule verdeutlichte Dr. Hayer, dass am Ende immer die Bank bzw. der Wettanbieter gewinnt. Dr. Hayer fragte die Schülerinnen, welchen Einfluss der Fußballsachverstand bei Fußballwetten hat.Die Schüler schwankten in ihren Antworten auf die Frage zwischen 100 % und mindestens 50 %. Die wissenschaftliche Antwort lautet: 0 %!

Man kann sein vermeintliches Sportwissen langfristig nicht zu Geld machen, weil Sportwetten eine Form des Glücksspiels sind, ähnlich wie Roulette oder Poker. Spielkarten, Würfel oder Roulettekugeln haben kein Gedächtnis, nach fünfmal Schwarz muss nicht zwangsläufig eine rote Zahl erscheinen. Menschen glauben aber in der Regel einen Einfluss auf das Spiel nehmen zu können. Dies ist eine Täuschung. Ebenso ist es bei Sportwetten nicht möglich langfristig einen Geldgewinn im Wettbüro zu erzielen.

Gegen Ende der Veranstaltung ging Dr. Hayer auf die erheblichen Suchtgefahren von Automatenglücksspiel, Poker, Sportwetten und Online Games ein. Gerade junge Menschen nutzen durch die ständige Verfügbarkeit von Smartphones diesen neuen Trend des Online Glücksspiels.

Das Diakonische Werk in Herford bietet betroffenen Jugendlichen und Erwachsenen Hilfe und Unterstützung an. Auch für weitere Präventionsveranstaltungen in Schulen stehen die Kollegen des Diakonischen Werkes Herford zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage von Dr. Hayer und des Diakonischen Werkes Herford.

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